Bodylove

Ein Umzug ist ja nicht gerade ein Wellnessaufenthalt. Selbst in meinem Fall, wo ICH schon da war. Dann die Entscheidung. Und jetzt der Krempel nach muss. Es fehlt an gefühlten 127 Regalen. Und natürlich an noch 3425 anderen Dingen, die ein Heim zum Heim machen.

Vielleicht erinnert Ihr Euch an die liebe Michi? Meine erste und einzige Mitarbeiterin, und das leider nur von kurzer Dauer. Aber lang genug um unheimlich viel Spaß gehabt zu haben. Vor allem mit Benita. Benita ist Monk. Aber Michi kommt gleich danach (gell Michi, Bücher nach Farben ordnen ;-))) und zeigte mir immer wieder mit großer Begeisterung, wenn Benita mal wieder ein Kastl ordnungstechnisch auf Vordermann gebracht hat.
Nun.
Michi würde sich freuen.
Und Benita sowieso.
In meinem neuen Leben am Land mit Haus bin ich also klammheimlich ungefähr 20 Stunden am Tag zu Benita gekrochen und habe dort ALLES gelesen zum Thema Ordnung, DIY usw.
Und ich habe gelernt, dass Benita, als sie umgezogen ist, ZUERST ihren Hobbyraum aufgebaut und eingerichtet hat.
Und vor drei Tagen wusste ich warum.
Unser Haus ist das Haus, das meine Eltern gebaut haben. Meine Mutter war Winzerin und mein Vater LKW/Traktor/Busfahrer. Also GROSSE Fahrzeuge. Ungefähr 1975 haben meine Eltern einen Weinkeller und dazugehöriges Presshaus gebaut. In einem Stil und Dimensionen, die Winzer heute andenken. Also bei uns kann man mit Traktor und Anhänger INS Presshaus fahren….(ich habe die Worte meines Vaters noch in den Ohren..)
Winziges Detail, das die beiden übersehen haben….meine Mutter hatte nur ungefähr 1,75 ha. Weinbaufläche. Ich weiß nicht, was ein Winzer, der heute davon halbwegs ordentlich leben können mag, haben muss. Aber ich denke mindestens eine Komma-Verschiebung nach rechts wird es schon sein…
Egal. Ich habe also einen Weinkeller und ein riesiges Presshaus. Alles hässlichster Funktionalbau und nicht die Spur von irgendwelcher Winzer-Romantik, die vielleicht jetzt in irgendwelchen Hinterköpfen auftaucht.
Und wie das so ist, wenn es irgendwo Platz gibt, der aber so schiach ist, dass man dort nicht eine gemütliche Leseecke aufschlägt… er füllt sich. Mit Kram. Und Zeug. Und noch mehr Zeug. Es gibt eine Durchgangsschneise und das wars.
Blöd nur, wenn einem einfällt, dass man dort nun immer wohnen mag.
Und man in der darüber liegenden Wohnung es gerne doch ein wenig hübscher haben will. Oder zumindest Platz an den Wänden braucht.
Und dann merkt man, dass man obwohl das Haus riesig ist, NIRGENDS eine Fläche hat, wo man mal ein Regalbrett streichen kann. GRMPF.
Das ist der Moment, wo ich weiß, ich kann mich auf mich verlassen.
Da werden 330 Spanplatten, die man alle noch wahnsinnig dringend für irgendwas brauchen kann (O-Ton HB), zumindest so gelagert, dass man dann noch einen Kasten, der MITTEN im Raum steht, davor schieben kann (sagt Superwoman zu mir…milimeterweise zugegeben, aber immerhin – ich habe gesiegt!) und dann wird eine alte Weinkiste zum Radlständer und die 17 Fahrräder haben nun einen Platz und alles was aus Plastik ist, also Feuchte aushält in den Weinkeller verlagert und dann noch hier und da und plötzlich habe ich eine Art Miniwerkstatt.
Und am nächsten Tag habe ich dann gespürt, dass ich nicht mehr 20 bin.
Ich bin zwar AUS dem Bett gekommen.
Aber fragt mal lieber nicht wie.
Dann war die Eisbox, von denen ich jetzt in nächster Zeit ganz viele brauche und zwar nicht irgendwelche, sondern ganz bestimmte (wer in Österreich lebt: die von Clever sinds…) nur ein kleines Trostpflaster.
Und dann war ich doch bissl böse auf mich, weil fast ein Liter Eis auf einen Haps, was soll das werden, wenn das fertig ist, Frau Wally?
Und dann stolperte ich über dieses Bild und musste so lachen – vielen lieben Dank liebe unbekannte Illustratorin (denke mal, so was fällt nur einer Frau ein ;-))

Ab nun werde ich mich nie wieder geisseln, wenn ich das Kind in mir offenbar ganz viel Eis braucht.
Und mit 42 ist es wirklich ok, das zu zu lassen ;-))

Moving is not for sissys.
Even if you are at your new place first and stuff come later.
My new (old, its the house of my parents) house is big. But ugly. Functional (in the eyes of my father) company architecture with a small apartment on top.
Since we got the house basement began to fill itself with stuff. More stuff. A little path to reach certain spaces. And thats it.
But if you move in your weekend-used house for all time living you face some needed alterations. More shelves. More storage.
And I faced I have a big house and absolutely no space for painting some boards.
So I played superwoman and moved some material, a big wardrobe, made space for bikes and did a lot here and there and ended with a – at least for me – nice workspace.
Waking up next morning proofed my age. 
My twenties are long time gone.
And then nearly whole content of one liter ice cream box (from which I need a lot in near future) found its way into my belly.
And I was really angry about me.


And then I stumpled across this image (unluckily from an unknown artist) and had to laugh loud!


From now I swear I will never ever judge myself, when hard times result into a big hunger for ice cream. And being 42 is a good age to accept such things ;-))

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3 Kommentare
  1. creamum
    creamum sagte:

    Oh Dolores ich kann dein Ausmaß nur erahnen….aber viel Drumherum braucht auch mal viel,sehr viel Seelenfutter….und.nichts eignet sich da besser als Eis!!!!! Ich kann dich sehr gut verstehn!
    ;O)
    Claudia

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