Wo ich bin. Und wo nicht.

„Physisch können wir nicht an zwei Orten gleichzeitig sein, aber im virtuellen Raum verteilen wir uns auf all die Geräte und Netzwerke, die wir nutzen. Andere Nutzer behandeln unsere Profile, Konten und Adressen, als hätten sie es mit dem Original zu tun – mit dem Inhaber des Accounts persönlich. Die Frage ist immer ‚Warum hat er meine Email nicht beantwortet?‘ und nicht ‚Wann wir er sich mit dem internet verbinden und das Verzeichnis aufrufen, in das mein Text hineinkopiert worden ist?'“
aus: Douglas Rushkof, „Present Shock – Wenn alles jetzt passiert“, orange press

Besser hätte ich es nicht sagen können.
Ich bin eine Bloggerin.
Mal mehr.
Mal weniger.
Ich habe – grad wieder – mal mehr Spaß am Blogschreiben.
Und auch grad wieder mal mehr Spaß am Lesen derselben.
Ich hänge – wenn – zu viel Zeit bei Pinterest herum.
Ich lese auch Mails.
Und schreibe natürlich auch welche.
Ich SMSe.
Nie soviel dass das Kontingent, das mein Betreiber mir einräumt auch nur annähernd ausgereizt wird.
Und ich telefoniere.
Letzteres zugegeben immer ungerner.

Was ich noch nie wollte.
Ist facebooken.

Das Konvolut, der oben von mir aufgezählten und genutzten Plattformen ist für mein Empfinden eigentlich schon zu groß.
Alles davon kann ich auf meinem Handy.
Und in der allergrößten Not tue ich das auch.

Aber am liebsten habe ich die Plattformen auf den, für sie zugeschnittenen Medien.
Ich blogge am PC.
Weil ich meistens auch nette Bilder dazugeben mag.
Und nette Bilder heißt Bildbearbeitungsprogramm.
Und dann simma schon wieder weg vom Handy.
Oder Tablet.
Mails detto.
Anhänge.
Gesendete Mails.
Recherchen.
CCs und BCCs.
Alles Zeug das, zumindest ich, nicht gut am Handy kann.
Kryptische 115-Zeichen-Infos in der SMS-Abteilung sind Freunden und Menschen mit denen mich private Interessen (Kindergarten, Hort) verbinden, vorbehalten.
Mir dreht sich der Magen um, wenn ich ein Mail mit drängendem Unterton am Handy beantworten muss, das eh meist nicht mehr ist, als „kann jetzt nicht, keine Daten bei mir“… werde ich mich zu Hause an dieses Mail noch erinnern? Was mach ich jetzt, dass ich es nicht vergesse.

Vergessen.

Zu oft.

Leider.

Völlig unschuldiger Absender.
Aber die völlig verblödete Unart doch immer wieder Mails von unterwegs zu checken….

Und nun sollte ich noch eine Plattform regelmäßig abgrasen?

Ich habe meinen Blog auf Facebook verlinkt, so dass die Menschen, die sich gerne bei Facebook herumtreiben, nicht extra hierher kommen müssen, sondern gleich alles schön bei einander haben.
Das bedeutet für mich, dass ich nur ab und an bei Facebook vorbeischaue.
Wenn ich mal einen neuen Schnitt mache, poste ich das extra.
Oder wenn ich einen Burgplatz vergeben darf.

Mit Sicherheit komme ich nicht täglich dort vorbei.
Oft sogar nicht mal wöchentlich.

Dann schaue ich doch wieder mal.
Und lese eine Nachricht aus April.
Und eine aus Juni.

Und wundere mich.
Nur weiß ich nicht über wen.
Bin ich wirklich schon so ein vorsintflutlicher Mensch, dass ich gerne an mich gerichtete Anfragen gesammelt in einem Medium haben möchte?
Quasi Wählscheibenfestanschlusstelefon?

Also der/die geneigte Leser/in möge richten.
Ich komm trotzdem nicht öfter bei FB vorbei.
(Wenn ich mich daran erinnere, dass es Jugendliche gibt, die von FB wieder weg gehen, weil ihre Eltern dort sind, scheine ich vielleicht wenigstens eine Sache als Elternteil richtig zu machen ;-))

Das ist meine persönliche Alm.
Wenns wirklich wichtig ist, notfalls Brieftaube.
Oder Mail.

Teilen mit:
1 Antwort

Kommentare sind deaktiviert.