Bom 2014…und die Welt geht nicht unter!

So, also wie angekündigt, das Ergebnis nach einem Monat Fremdarbeit:
Als ausserhäuslich arbeitender Mensch mit Kindern im Betreuungsalter und leicht überdimensioniert ausgeprägtem Schlafbedürfnis (perfekt: 8,25h) ziehe ich zutiefst den Hut vor jeder Bloggermum, die vergleichbare Rahmenbedingungen hat und es schafft mehrmals wöchentlich einen sinnhaften Post, am besten noch mit tollem Bildmaterial rauszuschicken!
Bei mir hat sich eben durch meine neuen Rahmenbedingungen meine Onlinezeit drastisch reduziert. An manchen Tagen komme ich gar nicht mehr an den privaten Computer. Mails werden oft nur halbherzig am Handy gecheckt. 
Aber oha: Welt nicht untergegangen!
Ich liege auch nicht mit Schaum vorm Mund in einer Ecke auf Cold Turkey (wegen der Entzugserscheinungen)!
Ich habe ein Haucherl mehr Sozialkontakte…aber, und hier wird es heikel… wesentlich weniger Stress!
Weniger Stress durch Fremdarbeit?
Ja, weil ich meine Arbeit erledige und dann verwandle ich mich zurück in einen Kürbis. Muttikürbis von mir aus. Muttikürbis setzt sich nicht bis Mitternacht hin um Blogposts zu verfassen. Muttikürbis hat das nötige Geld schon verdient. Alles andere ist auf „kann“-Basis. Nicht „muss“.
Meine beruflichen Erfahrungen hatten schon immer mit dem Internet zu tun. Aber bezahlt wurde ich für recht analog nachvollziehbare Leistungen (Pläne, Grafiken, Texte, T-Shirts mit was drauf…).
Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, Ware/Leistungen zu geben ohne eine Rechnung mitzuliefern. In dieser Hinsicht bin ich nie in der digitalen Welt angekommen: Ich habe oft schlicht vergessen eine Rechnung für die Blogwerbung zu verschicken – ich habe wohl einfach kein Gefühl für meine Leistung dafür entwickelt. Weil xxx Menschen im Monat auf kleinformat zugegriffen haben? Ich hab die meisten davon nicht gesehen. Ja, ein Teil davon kauft meine Schnitte – aber das ist ja wieder fast was Analoges. Also zumindest so lange ich dran rumtue und dann wieder, wenn das PDF ausgedruckt wird.
Social Media ist momentan DAS Ding. Keine Firma, die nicht einen Experten/Expertin dafür sucht.
Das ist super. Für die Menschen, die diese Arbeit für jemand anderen erledigen dürfen.
Für Menschen, die selbständig sind und zwar in diesen neuen crafty-blogger-Kreisen sich rumtreiben, wo Social Media auch alles ist, kann es eine Gefahr werden.
Denn wer selbständig ist, vielleicht sogar noch von zu Hause aus arbeitet, der braucht eh unendliche Disziplin, seine Wochenstundenanzahl einzuhalten. Zu verführerisch ist es doch, jetzt schnell was zu Essen zu machen und die Wäsche aufzuhängen und dann sich am Abend nochmal hinzusetzen.
Ich würde sagen, dass kleinformat zu ca. 2/3 in der Nacht entstanden ist.
Das ist sexy, wenn man 25 ist.
(Ich habe auch schon in Architekturbüros am Besprechungstisch geschlafen, weil sich ein heimfahren nicht mehr ausgezahlt hat…)
Das ist unsexy, aber man mancht es, wenn es ein Notfall ist, wenn man 35 ist.
Wenn man über 40 ist und das macht, hat man was falsch gemacht. (So wie ich)
Sag ich.
Social Media kann – und das sei hier betont: kann – eine super Möglichkeit sein um sein Ding (wasimmerdesis) zu promoten. Aber es kann auch ein „Hund“ sein, eine 7-köpfige Schlange, die sich in dein Leben schleicht und so nach und nach alle Bereiche in Beschlag nimmt. Ein herrlicher Beitrag zu diesem Thema findet sich in der österreichischen Wochenzeitschrift Falter 4/14 zum Beliebtheitsrückgang von facebook. 
Ich bin absolut nicht der Meinung, dass man jetzt Roland Düringer (österr. Kabarettist und Schauspieler, der 2013 eine Art „ich lebe 1980″kur gemacht hat; gueltigestimme.at) gleich, alles abdrehen muss. Aber wer sich recht fremdbestimmt und gehetzt fühlt, dem rate ich mal zwei Wochen kein social media-whatever anzurühren. Wenn es danach besser ist: fühlen worauf man gar nicht verzichten kann, Rest gnadenlos eliminieren! 
Wer mit blogs (oder was in dem Dunstkreis) sein Geld verdienen möchte (verdient), dem rate ich ungefähr das Doppelte an investierter Zeit anzunehmen und vielleicht sogar mal eine zeitlang mit Stoppuhr zu arbeiten… Ihr kennt mich ja mittlerweile, nicht um Euch was auszureden … ich wäre wohl der letzte Mensch, der dazu die Berechtigung hätte, aber um die Realität zu kennen. Die Zahlen. 
Und damit entlasse ich Euch ….vielleicht wollt Ihr mal kurz kommentieren, wie Ihr so mit SM umgeht? Könnt Ihr noch einen Abend lang den PC gar nicht andrehen? 
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13 Kommentare
  1. Anonym
    Anonym sagte:

    Liebe Dolores! Schreibe Dir nicht zum Thema SMS, sondern möchte Dir eine kleine Anmerkung und Bestätigung zu Deinen sehr lesenswerten Beiträgen der letzten Zeit dalassen.
    Viele Dank, für Deine Ehrlichkeit, für Deine offenen Worte, die mir so sehr aus dem Innersten heraus sprechen. Ich wünsche Dir für Deinen neue berufliche Herausforderung viel Kraft, Mut und Elan. Es gibt immer einen Weg. Manchmal übersieht man ihn nur…
    Alles Liebe aus Bayern.
    Heidi

  2. Karin
    Karin sagte:

    Liebe Dolores
    Danke für deine Gedanken und aber auch fürs Veröffentlichen derselben. Ich hab für mich ein gangbares Mass gefunden; indem ich zwar dabei bin mit Blog, Mails, FB; aber ein steinzeitliches Mobiltelefon hab und darauf nur SMS und Anrufe empfangen kann. D.h., will ich was von der virtuellen Welt, oder will ich mich von ihr fangen lassen; dann muss ich meinen Laptop starten und absitzen. Und das geschieht automatisch viel weniger oft. Drum bimmelt auch mein Handy (schweizerisch: Natel ;-)) weniger oft und ich kann es getrost auch zuhause liegen lassen. Und bei der Arbeit ist mein privater Laptop ja auch, also klau ich auch niemandem Arbeitszeit weg…
    Ich wohne recht abseits von allem und da muss ich schon sagen, dass ich mich mit dem Internet einfach ein wenig weniger hinter den Bergen fühle.
    Ich find wichtig, dass jede den für sie guten Mittweg findet; ganz ohne alles SM möchte ich nicht leben, aber Sklave werden davon ist auch tragisch. Ist doch schön, sind wir noch nicht in allen Punkten erwachsen und lernen für und mit uns immer wieder dazu und uns selbst noch besser kennen.
    Hey aber, noch ein letztes Wort zu deinem Fazit: Erzählst du uns noch etwas mehr von deinem Job? Was machst du und wie fühlt es sich so an? Was du dazu anziehst, wissen wir nun ja ;-).
    Berggruss
    Karin

  3. Herzblut
    Herzblut sagte:

    Hallo Dolores,

    Danke für dein Feedback. Und da gebe ich dir recht mit der Sogwirkung, auch ich gugge gerne in den Blogs nach schönen Inspirationen. Dabei ist oftmals plötzlich so viel Zeit vergangen das es schon zeit war schlafen zu gehen. Das beschränkt sich zum Glück nur auf Blogs. Familie ist wichtig, und sollte stets auf Platz 1 sein.

    Glg von Sissi

  4. Dolores
    Dolores sagte:

    OJaaaaa….das ist mit Sicherheit ein Generationenproblem. Aber ich erwische mich immer öfter, dass mich das ankotzt, wenn ich mich "in echt" mit jemandem verabrede und der/die dann das Smartphone am Tisch liegen haben und irgendwie nicht so ganz bei mir ist – ist das dann eine Form von ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)?

  5. Dolores
    Dolores sagte:

    Liebe Sissi, das finde ich einen schön entspannten Zugang. Auch wenn ich glaube, dass Du noch von der Sogwirkung all der Links und tollen Sachen erfasst werden wirst, weil ich denke, das ist wie Schlaraffenland, man kann eigentlich gar nicht anders…aber das ist ja auch gut so…Wichtig ist halt, dass man es wieder zu einem vernünftigen Niveau runterschraubt. Es geht ja hier eher um die Leute, die schon Nächte bei Blog/Pinterestrunden etc verbracht haben und eben durchaus auch schon mal ihre Kinder zum 17. Mal vertröstet haben…und wenn man – wie ich – dann sozusagen mit Zwang von außen SM-Diät macht, kann es einem passieren, dass man dann das ganze Ding schon etwas hinterfragt….

  6. Herzblut
    Herzblut sagte:

    Guten Morgen Dolores,

    bin heute das erste mal auf deinem Blog und finde deinen Artikel sehr ansprechend. Ich kenne mich in der Bloggerwelt noch nicht so aus, habe meinen Blog auch erst seit einem dreiviertel Jahr.
    Ich habe schon viel gelesen und gehört von Social Network und wie man es doch nutzen soll, aber ich will irgendwie nicht!
    Lange Jahre habe ich mich gegen FB gewehrt, und erst als ich einen Shop hatte, riet man mir dort eine Seite zu gründen. Ich gebs zu ich hab keine Ahnung was genau ich da mache, da ich es einfach nicht durchchecke! Ich poste mal hier mal da etwas aber resonanz gleich null. Also mache ich das auch nur halbherzig weil man es halt wohl muss…
    Und dann soll ich noch Instagram, Twitter, g+ usw. bedienen… da wird man ja Irre!
    Also ich kann dich und alle hier verstehen wenn ihnen das echt zuviel ist. Vor allem wenn man Kinder hat!

    Ich weigere mich innerlich, in dieses Gedöns ein zu steigen und beschränke mich nur auf das nötigste wie FB und Pinterest. Wobei ich FB echt nur benutze um so ein Bubble Spiel zu spielen, um mal sinnlos abzuschalten *rotwerd.

    Meinen Blog hab ich gegründet um mitzuteilen was für Ideen in mir schlummern, was mir wichtig ist und woran mein Herz liegt. Ich will nicht werben für meinen Shop (bin doch kein Vertreter oder ne Callcenter Agentur). Eigentlich möchte ich nur mit Leuten kommunizieren, die ähnliche Interessen haben. Und die finde ich sicher nicht unter den paar Frinds in meiner FB – Liste.

    Das einzige SN das ich gut finde (wenn es denn unter SN zählt) ist Bloglovin. Ganz einfach, weil da in meiner App immer alle aktuellen Post angezeigt werden, deren Blogs ich folge. Ach ja und Pinterest, weil man da einfach so viel finden kann.

    Aber ich gebe zu das ich gestern ein RSS bei mir installiert habe (keinen Schimmer ob der funzt oder wie das überhaupt funktioniert *schulterzuck).
    So ganz ohne das SN kann man wohl doch nicht?

    Ich werde noch etwas hier herumstöbern und wünsche dir einen schönen sonnigen Tag!

    Lg von Sissi

  7. creat.ING[dh]
    creat.ING[dh] sagte:

    Hallo Dolores,

    Du hast so recht. Ich verweigere nach wie vor FB und werde mir das auch nicht antun. Nicht noch was, das man sich erst anschauen muss, und bis man das erst mal herausen hat, wie es geht, da würden Tage vergehen. Auch wenn ich so doch ganz oft das Gefühl vermittelt bekomme, ohne FB ein Ausenseite rzu sein. Immerhin gibt es genug Sachen die nur mehr auf FB laufen.
    Auch was das Bloggen angeht, habe ich wieder einen Gang runter geschaltet. Ich blogge lieber seltener, dafür keine Halbherzigen posts. Aber meine morgendliche Blogrunde, die muss sein, die brauche ich, dafür kommentiere ich seltener. Da mein Computer an der Küchenwand hängt, bin ich ja immer online. hat den Vorteil, dass ich eben auch mal schnell zwischendurch was nachschaue oder so und dann auch wieder gehe. Ich hänge nicht immer fest. Und schon vor längerem habe ich die Zeitinterfalle, in denen meine Mails abgerfuen werden verlängert. Mir ist aufgefallen, dass ich dann natürlich von der neugierde getrieben nachschauen gehen, wenn es bimmelt. So bimmelt es einfach seltener.

    Und so ohne Blog möchte ich auch nicht mehr leben, den hier ist es einfach toll sich über seine kreativen Sachen auszutauschen und hier findet man einfach so tolle inspirationen. Auch wenn man dann mehr Tools zu Hause hat, von deren Existenz man sonst gar nichts wüßte ;9

    wünsche dir noch einen schönen Tag
    lg dodo

  8. Denise Gröschell
    Denise Gröschell sagte:

    Oh Entschuldigung Dolores! ,:)
    Ich bin ja auch nicht gänzlich frei von allem, ich verstehe auch, dass es als Selbstständige, die ihre Produkte an den Mann bringen will, durchaus wichtig ist Social Media Plattformen zu nutzen. Nur- und das ist eben bei Fb so- wenn es einen auffrisst, man Kinderbedürfnisse-kurz- hinten anstellt und man ohne nicht mehr auskommt… Dann finde ich, sollte man sich davon befreien. Ich habe alle 10 Min geschaut, ob es was neues gibt. Und das kann's nicht sein. Und als ich 5 mal vor dem Schritt stand, mich doch wieder anzumelden hat es 'Klick' gemacht.

  9. wollkisterl
    wollkisterl sagte:

    Ich entstamme ja einer Generation die gänzlich ohne Computer, Handy u. Co aufwuchs. Selbst Fernseher hatten wir lange keinen. So habe ich mich nie davon ganz einvernehmen lassen. Ich kann sehr gut ohne Handy von zu Hause weggehen, ohne dass ich die Krise kriege. Meine (erwachsenen) Mädels verstehen das nicht so recht.
    LG Elke

  10. Dolores
    Dolores sagte:

    Liebe Denise, ich heiße zwar nicht Julia sondern Dolores, aber vielen Dank für Deinen Kommentar!
    Ich bewundere Deinen Mut!
    Ich traue mich (noch) nicht alles "abzudrehen". Ich mag Schnitte entwerfen und der Vertrieb über den Blog funktioniert eigentlich sehr gut…obwohl man überlegen könnte, nur noch einen Shop zu betreiben…aber hier sieht man schon…"ganz weg" schnürt mir (noch) die Kehle zu ;-))))

  11. Denise Gröschell
    Denise Gröschell sagte:

    Guten Morgen Julia!
    Toller Post, ich musste herzlich lachen. Social Media whatever habe ich vor ca einem Jahr komplett abgestoßen. Kein Instagram mehr, kein Facebook mehr, kein gar nichts mehr. Erst war es höchst befremdlich, fast schon einsam. Dann aber kamen die wirklich wichtigen Dinge wie das 'wahre' Leben wieder zur Geltung. Schlußendlich muss ich sagen, dass man zwar nicht mehr mitreden kann, aber der Entschluß war einer meiner Besten. Ich habe jetzt wieder ein halbherzigen Google Account um mich wenigstens in irgendeiner Form im Netz präsentieren zu können. Aber Google ist eben auch keine siebenköpfige Schlange. In diesem Sinne, einen tollen Tag und bis zum nächsten Post!

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