Selbermachen: Farblabor

Manchmal küsst einem die Muse.
Manchmal ergibt eines das andere.
Manchmal ergibt das Einzelne dann das Ganze.
Und wenn dann sogar das Kind dieses perfekte Outfit anziehen mag, dann habe ich dieses seltene Gefühl, dass einfach alles möglich ist…

Begonnen hat alles mit einem rosa Ding vom Kleiderschweden im Ausverkauf.
Mit Farbe rumspielen ist momentan ja eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Klar, dass es da nicht lange gedauert hat, bis ich zum Chlor und zum Batiken gekommen bin.

Da es sich hier um ein totales Experiment gehandelt hat, gibt es leider keine Bilder.
Ich habe mich aber sehr redlich bemüht, alles verständlich und nachvollziehbar niederzuschreiben:

Also ich wollte so ein dreifärbiges Ding – oben das original Rosa, dann ein Streifen gebleichtes Weiß und unten dann ein Streifen Schwarz (dort wo die Ärmel sowieso immer schmutzig werden ;-)))

UNBEDINGT IRGENDWO MACHEN, WO MAN RUMSAUEN KANN (Keller, Hof, Straße…)

1. das Chlorbad

Ihr braucht:
1 Flasche Danchlor
1 alten Kübel
1 Kleiderbügel
1 Leiter

Ich habe das Kleidchen auf einen Kleiderbügel gezogen.
Einen alten Kübel habe ich zur Hälfte mit Wasser gefüllt und eine halbe Flasche Danchlor dazugeschüttet.
Dann habe ich die Leiter so aufgestellt, dass das Kleidchen zu 2/3 ins Chlorwasser hängt.
Über Nacht so hängen lassen.

Dann – und jetzt geht´s eben ans Rumsauen – Gummistiefel und Gummihandschuhe und alte Kleidung für einen selbst sind unverzichtbar! – also jetzt das Kleid am Bügel gerade nach oben rausziehen, auf der Leiter weiter oben aufhängen, so dass Ihr das Chlorwasser mal so weit es geht mit den Händen ausdrücken könnt.
Dann am besten mit einem Schlauch VON OBEN spülen, spülen, spülen und nochmals spülen.

Wichtig ist, dass Ihr drauf achtet, dass der Teil, der gechlort wurde NICHT mit dem obersten Teil, der nicht gebleicht werden soll, in Berührung kommt (ist mir nicht ganz gelungen, wenn man ganz genau schaut…).

Wenn Ihr das Gefühl habt, dass alles Chlorwasser ausgespült wurde, dann gehts an Färben:

2. das Färbebad

Ihr braucht:
1 Packung Färbemittel (ich hab das vom Drogeriemarkt genommen – xx)
1 Packung Färbesalz (von der gleiche Firma)
alter Kochlöffel oder sonstwas zum Umrühren
Kübel, Kleiderbügel, Leiter

Das Färbemittel ist zwar für die Waschmaschine, aber ich – eben ganz im Experimentiermodus – dachte mir, wurscht, wird schon irgendwie Schwarz machen.
Dann habe ich zwei volle Ladungen Wasserkocher kochendes Wasser in den Kübel geschüttet und wieder bis zur Hälfte mit heißem Wasser aus der Wasserleitung aufgefüllt.
Halbe Flasche Färbemittel, halbes Sackerl Fixiersalz, halbe Packung Färbesalz dazu und solange umrühren, bis sich alles aufgelöst hat.

Dann wieder den Kübel so bei der Leiter platzieren, dass Ihr das Kleid gut reinhängen könnt, nur eben diesmal NUR DAS UNTERE DRITTEL.
Und hier supergut aufpassen, dass Ihr NICHT RUMSPRITZT beim Eintauchen.

Wieder über Nacht (oder halt ein paar Stunden) hängen lassen.

Auch beim Rausnehmen SUUUUPERGUT aufpassen, dass kein Tropfen Färbewasser auf den rosa oder den weißen Streifen kommt!!!!
Wieder gut ausdrücken und wieder VON OBEN MIT SCHLAUCH spülen, spülen, spülen… und das dauert ECHT LANGE, bis das Wasser so halbwegs klar ist.
Hier habe ich vorne sehr gut aufgepasst, dass ich nicht rumspritze und beim umdrehen, habe ich dann gesehen, dass ich hinten Flecken auf dem rosa Streifen gemacht habe…;-(
Dann alles vorsichtig ausdrücken und sofort in die Waschmaschine und bei 60° waschen.
Fertig!

Ein perfektes Kleid für das kleinere Kind, das es schafft, täglich aus dem Kindergarten so dreckig zurückzukommen, dass ich jetzt beschlossen habe, sie kriegt nur noch Zeug angezogen, wo mir das wirklich egal ist. Oder wo Flecken Programm sind ;-))))

Und weil es bei uns nach dem kurzen Sommereinbruch jetzt wieder Herbst ist, habe ich eine Mütze gestrickt – mit gradierendem Farbverlauf…yeah! Die Anleitung gibt’s wenn ich aus dem Urlaub zurück bin!

Viel Spaß und sagt doch in den Kommentaren, ob Ihr das ausprobiert habt, bzw. welche Erfahrungen/Tipps Ihr habt?!

4 Kommentare
  1. HeideRabauken
    HeideRabauken sagte:

    Echt Cool das Outfit!!!
    Bin total begeistert,hab Batik noch nie gemacht,weil ich immer so hampelig bin,wahrscheinlich wäre es dann eher mit Spritzputz*lach*
    Da schicke ich dir wohl lieber meine Sachen!
    LG
    Ria

  2. Ines
    Ines sagte:

    Hallo Dolores,
    ich bewundere grad mehr die Leggins, die ist ja soooo schick! Selbst gemacht? Wenn ja, dann wie? (war´s am Ende ganz einfach ein gestreifter Stoff?) Auf jedenfall super! Ich hab letzten Sommer auch (wieder) angefangen zu batiken, und zwar so: weiße Shirts oder Kleidchen oder sonstwas nur mit der unteren oder wahlweise oberen Hälfte ins Färbewasser hängen. Das gibt dann unten beispielsweise einen tollen intensiven Blauton und der verläuft sich dann immer heller werdend nach oben, da ist es dann wieder weiß. Sehr hübsch, wenn man mit den Spritzern aufpasst, wie du ja schon beschrieben hast… Viele Grüße und weiterhin einen schönen Rest-Urlaub! ines

  3. filafactum
    filafactum sagte:

    Das Kleidchen ist wirklich schön geworden, sieht fast aus wie gekauft 😉 Und die Leggings erst – auch selbstgemacht? An Batik habe ich mich schon lange nicht mehr ausprobiert, eben wegen der Sauerei… und nun ja, weil man nicht genau weiß, was dabei rauskommt. Da ist nähen eher auf der sicheren Seite.

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