Mittwochs draußen: behind the scenes

Wenn man eine Mutter wie mich hat, macht das das Leben mit Sicherheit auch nicht einfacher. Man hat so gut wie keine Kinderfotos von sich selbst, muss aber, wenn es Muttern einfällt in allen möglichen Klamotten komische Dinge tun. Sie knipst dann wie verrückt und scheut auch nicht davor abzudrücken, wenn einem grad das Essen aus dem Mund fällt…
Ich bin wirklich eine miese Kinderfotografin. Also im persönlichen Sinn gesprochen. Meine Kinder kamen ja schon mitten im digitalen Zeitalter zur Welt, also wurde von der Stunde 0 digital fotografiert. Was zur Folge hat, dass nur mit allergrößtem Aufwand Papierbilder erzeugt wurden und irgendwann kurz nach der Geburt von Kind 2 habe ich dann total aufgegeben die tollen, großen Alben, die ich für jedes Kind gekauft habe, zu füllen. Ein Armutszeugnis.
Dann kam kleinformat. Und kein Geld. Und ich griff sozusagen berufsmäßig zur Kamera. Jetzt gibt es viele Bilder meiner Kinder. Viele LeserInnen kennen sie sozusagen in allen Lebenslagen und können verfolgen wie sie heranwachsen. Und fragen sich zu Recht, wie lange die das wohl noch mitmachen. Bzw. für mich interessanter …woher nehme ich den Nachwuchs???
Aber das ist heute nicht das Thema.
Heute geht es darum, was hier eigentlich so hinter der schönen Kulisse passiert. Die ich eh manchmal runterreisse, weil ich immer für möglichste Authentizität bin. 
Momentan befinde ich mich in eifrigster Herbstheftbefüllung, bzw. – fertigmachung. Dazwischen gibt es lustige Nähprojekte, die ich irgendwie zur geistigen und seelischen Gesundheit brauche. Und das alles verlangt nach Fotos. Fotos, Fotos, Fotos. Und da ich gern sehr spontan arbeite, fällt mir dann Freitag morgens ein, dass heute der perfekte Tag ist, um ein Shooting für das Herbstheft zu machen. Es regnet aber? Hm. Das hab ich nicht bedacht.
Egal. Wir warten bis es zumindest weniger stark regnet und wischen dann halt die Bänke trocken. Na, bitte. Geht doch.
Und so müssen meine Kinder auf feuchtkalten Bänken im Nieselregen so tun als hätten sie unglaublichen Spaß, sie müssen frühmorgens vor dem Kindergarten noch schnell bisschen mit dem Roller fahren, spätabends, weil dann endlich, endlich ein Projekt soweit fertig ist, dass man es fotografieren kann, auf Hofmauern rumklettern.
Und dabei immer gute Miene zum bösen Spiel machen. Meistens gibt es Bestechungen wie ein Eis (mittleres Shooting) oder einen Besuch im Spielzeugladen (großes Shooting – EINE Sache!!!).
Und es gibt kein Album von einem selbst … Naja, immerhin können sie irgendwann die kleinformat-Hefte durchblättern. Ob sie das dann milde stimmen wird, wenn sie über mich richten werden?
Your life could be a lot luckier if you do not have a mother like me. You would have nice albums with children photos. And would not be pursued to model in weird clothes in weird scenery. And definitely would not have a photo published, where you are shown, when breadcrumbs are falling out of your mouth.
I wanted to share some „behind the scenes“ images from our life as indie-publishing-family. Means no money for proper models, no money for proper photographers. So I am the photographer and my kids have to model. At any time coming into my mind I need an image. NOW. Neglecting any circumstances a professional photographer would have to think of: rain outside, dawn, early morning…
Sometimes, depends on the amount of pictures I need, I pay for: ice-cream (medium shooting) or visit of the toyshop (ONE thing! big shooting). But no personal photos. No albums.
At least they can flip through the kleinformat copies, when they are grown ups and moaning about the lack of these childrenhoodproofs. Will this be soothing their moods?

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5 Kommentare
  1. pattydoo
    pattydoo sagte:

    Ja, das mit den Kinderfotos ist nicht einfach – diese Erfahrung mache ich auch immer wieder. Und hier in Berlin ist auch gerade so ein Sauwetter – dabei wollt' ich ein sonniges Foto vom neuen Fixie-Mützlein machen.
    LG, Ina

  2. kathrin
    kathrin sagte:

    Ja, mir kommt es auch bekannt vor.
    Die große Tochter sagt manchmal schon – Anprobieren mache ich, aber nicht fotografieren…
    Wetter, Laune und fertiges Produkt vernünftig zu timen ist ja eigentlich nicht möglich;)

    LG
    kathrin

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