Montags Zeichentalente: Susumu Fujimoto

Guten Morgen Woche!
Diesmal wollen wir Dich wieder mit ein bisschen Retro beginnen: Susumo Fujimoto!
Ich denke, dass man nicht total falsch liegt, wenn man behauptet, es gibt kaum jemanden, der den wirklich sehr einzigartigen Stil der 60er-Jahre Kinderillustrationen dermaßen toll interpretiert wie die Japaner. Sie verstehen es, die Subtilität und Reduziertheit dieser Epoche perfekt wiederzugeben.
Linienführung, Farbwahl an sich und Farbflächen, alles ist so minimal, und gleichzeitig dabei aber nie kühl oder inhaltslos.
Warum können die das nur so gut?
Nun, Kunst, Handwerkskunst, das ist in Japan nicht notwendigerweise voneinander getrennt. Der Planer eines perfekten Gartens genoss genausoviel Ansehen wie ein Maler.
Allein wenn man nur  an die Teezeremonie denkt, wird klar, hier wird nichts einfach nur so gemacht.
Auch in der Architektur ist das so. Alte japanische Holzverbindungen haben mehr von Kubricks Würfel als von der simplen Aufgabe ein Dach mit einem Steher zu verbinden. Und ganz besonders perfekt ist so eine Holzverbindung, wenn man möglichst wenig Kanten und Linien außen sieht. Also hier durfte wirklich ordentlich getüftelt werden. (Wir als Studenten damals in der Vorlesung übrigens auch, als wir diese nachgebauten Verbindungen in echt vor uns liegen hatten und uns überlegen sollten, wie man die auseinander kriegt.)
Also die Reduziertheit auf das Wesentliche, ein historisches Verständnis für was man wo weglassen kann und warum, kann man also getrost annehmen.
Zweite Idee, warum soviel tolle retro-inspirierten Illustrationen aus Japan kommen: 
Wer lang kopiert, wird endlich gut.
Der Weg zum Meister in seinem Fach führt in Japan nicht über ein bisschen Grundwissen aneignen und sich dann möglichst schnell und laut selbst verwirklichen. Nein, in Japan wird solange kopiert, bis der Schüler auch den allerletzten Handgriff des Meisters intus hat.
Ich hatte mal die Ehre bei Edwina Hörl, einer in Japan lebenden österreichischen Modedesignerin ein Seminar über Schnittkunst (also Schnitte bei Mode) zu machen. Sie, die lange bei Yohji Yamamoto gearbeitet hat, erzählte, dass es eine ganz strenge Hierarchie bei den Mitarbeitern gibt und jeder jeden Handgriff bis zur Perfektion beherrscht: So gilt es beispielsweise als verpönt, die Armlochkurven mit dem Kurvenlineal zu zeichnen – nur Anfänger und wer es nicht besser kann, zeichnen die nicht freihändig.(!)
In diesem Sinn – habt eine schöne Woche!
Great work from Susumo Fujimoto. I like his 60ies kids illustration inspired work.
Have a great week!

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