Mittwochs drinnen: Blogwelt

Vielen lieben Dank liebe Dani für den herrlichen Post gestern!

Gestern kam auch gleich noch eine liebe Mitarbeiterin dazu: VERA!!!!
Die sitzt in Wien und macht ab sofort den Leserservice – wer also noch ein Heft vermisst (wir arbeiten gerade einen großen Berg hier auf, aber wir sehen schon Licht am Ende des Tunnels – und die ersten „Hurra, das Heft ist da – ich geh gleich mal Kaffee machen!“Mails trudeln auch schon ein – DANKE!): der darf ab sofort sich an Vera wenden: vera AT kleinformat-mag.net!
Ein ausführlicheres Portrait mit Bild folgt!

Ich habe vorgestern die Ehre gehabt mit Juliane von Fröken Skickelig zu telefonieren. Die hat ja eine nicht gerade einfache Zeit durchgemacht (viele Probleme mit dem Copyright, mit der missbräuchlichen Verwendung ihrer Sachen und so und dann auch Todesfall in der Familie), letztlich hat sie ihren Blog fürs erste Mal aus dem Netz genommen.
Mich hat das schon sehr betroffen, denn gerade ich bin ja so eine, die immer wieder Blogs durchforstet – weil da irgendwo gabs doch mal einen Post zu dem und dem, ich weiß es genau, da war noch was ….
Ich habe mich dann sehr gefreut, dass ich mit Juliane ein bisschen reden durfte.
Sie hatte auch erwähnt, dass sie viele unverschämte Mails bekommen hat. Nicht von Kundinnen, nur von Leserinnen, wohlgemerkt, in einem Ausmaß, dass es an Stalking erinnert (wenn es dann nicht nur Mails sind, sondern einem die Leute auch noch auf Facebook und Flickr nachstellen, ist das sicher nicht zu hoch gegriffen.)
Ich konnte ja aber auch schon vorher ihre Maßnahme verstehen. Auch ich durfte ja ein winziges bisschen erfahren, wie die Blogwelt sein kann. Und ich bekam dann auch Mails, auf meinen Post hin, die da hießen „ah jetzt hat es Dich auch erwischt …“ Also gibt es offenbar noch mehr Menschen, die auch schon mal einen virtuellen Schlag in die Magengrube abbekommen haben.

Nun, wie geht man damit um?
Juliane hat sich dafür entschieden, ihre Türen zu schließen.
Eigentlich graut mir vor dem Gedanken, dass noch mehr liebe, tolle, super BloggerInnen ihr folgen. Nur weil es ein paar schwarze Schafe gibt, die einfach nicht verstehen können, dass einem Blog zu folgen, noch lange nicht heißt, dass man die beste Freundin der Bloggerin ist.
Aber da liegt wohl das Problem.
Ein guter Blog – so empfinde ich das auch – ist einer, wo ich eine Person zum Anfassen kriege. Ich möchte auch ein bisschen hinter die Kulissen blicken dürfen. Ich möchte auch ab und an erfahren, dass jemand mal einen nicht so guten Tag hatte (deshalb mag ich die ganzen suuupidupi Stylingblogs, die ja auf jeder Blogroll zu finden sind, ja nicht soooo unbedingt – also ich schau sie schon an, aber es geht mir das Herz nicht auf, aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung …)
Das heißt aber natürlich, dass ich viel von mir preisgebe, mich verletzbar zeige – und auch mache.
Und letztlich Vertrauen in die Welt hinausschicke, dass damit vorsichtig umgegangen wird.

Aber es ist ja nicht nur das.
Es geht ja auch darum, dass hier wahnsinnig viel geistiges Eigentum in den Äther rausgeschickt wird.
Und wenn jemand nicht nur aus Jux & Tollerei bloggt, sondern weil es um seine Arbeit geht, weil der Blog als eine Art Marketingwerkzeug eingesetzt wird, um das eigentlich Produkt vorzustellen, wird die Sache heikel.
Ich selber sehe viele Sachen auf Dawanda, die ich schon vor Jahren zb. auf amerikanischen Blogs gesehen habe – und die dort schon jemand erfolgreich verkauft hat. Nicht ganz elegant, man könnte sich noch damit retten, dass man wohl einer Amerikanerin nicht unbedingt den Markt vermiest, weil die wenigen Menschen, die sich das antun von Amerika zu bestellen, die werden wohl der Dame nicht wirklich abgehen… das wäre die wohlwollende Variante das zu sehen.

Es bleibt ein schwieriges Thema. Wenn Geld ins Spiel kommt hört dann ganz schnell der Spaß auf.

Viele Blogs sind ja Mittel zum Zweck an sich. Decor8 – die Mutter aller Stylingblogs wäre mir da eingefallen, aber Holly hat ja jetzt auch ein Buch herausgebracht. Dennoch: Ganz bestimmt lebt Holly von den Anzeigen, die ihr der erfolgreiche Blog einbringt.
Eine klare Sache – rechts Anzeigen – und Holly nimmt da ja offenbar nicht jeden, denn selbst die Anzeigen sind ja hübsch anzusehen bei ihr – und auf der linken Seite Inhalt. Ein Umstand, mit dem die meisten Leser gut leben können. Bei Magazinen in echt ist es ja schließlich auch nicht anders.
Auch Soulemama, die Mutter aller Mutti-Blogs hält es so.
Swiss Miss, die eine ganz eigene Variante von Designblog betreibt, hat es anders versucht: Sie wollte ihren Blog nicht mit Anzeigen zupflastern und hatte eine Idee: der Sponsor zahlt (nicht wenig) und bekommt dafür einen ordentlichen Post. Dürfte sich aber nicht soooo ganz durchgesetzt haben, ich habe schon länger keine Sponsorposts bei ihr gesehen.

Wäre eine Art Zugangscode eine Idee? Man zahlt ein wenig und darf dafür dann den Blog lesen. Würde aber nicht sofort Schindluder getrieben und der Code zigfach weitergegeben werden?
Bzw. wenn man es schafft, dass das geht (alle Pornoseiten bringen im Prinzip das ja zusammen …) ist das aber nicht ein wahnsinnig technischer Aufwand? (Bei den Pornoseiten ist ja ein bisschen mehr Geld im Umlauf 😉 da kann schon der/die eine oder andere TechnikerIn bezahlt werden.)
Der Erfolg des Bloggens basiert ja darauf, dass es so niederschwellig ist. Ein, zwei Klicks und schon ist man dabei.
Eine Idee von Juliane wäre Flattr gewesen. Man legt sich ein Konto an – zahlt da sagmermal 30 Euro drauf und kann dann auf Blogs, die einen Flattrbutton haben, durch einen Klick sein Wohlwollen finanziell ausdrücken: 10x geklickt in diesem Monat – 30 durch 10, kriegt jeder, auf dessen Button man geklickt hat, 3 Euros. Die Krux ist nur – das gibt es auf vielen Männerblogs, bei uns Craftyhennen habe ich es noch nie gesehen.
Eine andere Idee wäre einfach so ein Paypal-Donate-Button. Also es gibt weiterhin alles wie es ist, aber ein Button gibt dem Leser die Chance die Arbeit des Bloggers zu würdigen.
Nur: wer so gemein ist und sich Idee reihenweise aus bestimmten Blogs holt (und die Redaktionen großer Verlage machen da leider keine Ausnahme – dank diverser Analyticsfunktionen kann man ja heute ganz leicht sehen, wer sich auf seinem Blog herumtreibt, woher er kommt und wielange er bleibt und was er am meisten anschaut.*), also wer toll kreative Blogs so benutzt, der wird wohl kaum ein paar Euros spenden, oder?

*Und hier soll ganz definitiv unterschieden werden, zwischen dem was hier passiert, denn natürlich schaue ich superviele Blogs an und bleibe oft hängen. Aber ich versuche, die Leute dann ins Heft zu holen, sie vorzustellen und eine Win/Win-Situation entstehen zu lassen. Mir ist auch klar, dass das nicht ewig so weitergehen kann, wenn kleinformat weiterwächst, wird sich das auch irgendwann monetär auswirken müssen.
Aber es gibt eben große Verlage, die recherchieren genauso wie ich – oder spielen wir den Ball ein bisschen flacher – ich arbeite so wie die ;-))) Wenn man da ein fleissiger Blogbetreiber ist, dann freut einem das irgendwann nicht mehr, wenn dann NIE eine Anfrage des Magazins kommt, dass man mal etwas bringt – und letztlich dass sich das dann auch mal irgendwann am Konto auswirkt.

So jetzt habe ich wirklich wirklich viel geschrieben – und wer bis hierher gelesen hat, VIELEN DANK für soviel Geduld – es ist aber noch nicht aus:
JETZT IST EURE MEINUNG GEFRAGT!!!!

WIE SEHT IHR DAS?

WAS WÄRE FÜR EUCH EINE GUTE LÖSUNG?

WERBUNG AM BLOG?
oder lieber

WERBEFREI?

FLATTR?
oder lieber

DONATE?

Ich bin neugierig!!!!

Nachsatz: Es geht nicht um kleinformat, sondern um Blogs an sich, wenn Ihr selber in einer solchen Situation seid, wie IHR das handhabt, wenn Ihr Blogleserinnen seid, was für EUCH angenehm wäre …

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19 Kommentare
  1. die.waschkueche
    die.waschkueche sagte:

    Zwar spät, aber ich bin begeistert von dem Post und den Kommentaren. Werbung in Blogs ist für mich o.k. wenn sie zum Inhalt paßt und der Blog auch entsprechenden Inhalt hat. Nic als Beispiel, die Werbung ist bei ihr nachvollziehbar und authentisch. Bezahlen finde ich generell gut.Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass mir stolz erzählt wurde man habe sich meine Fotos abgespeichert und würde im nächsten Filzkurs danach arbeiten … ich glaube aber nicht, dass diese Sorte Menschen je irgendwelche Buttons drücken würde. Für die ist das Internet ihr ganz persönlicher Selbstbedienungsladen. Davon gibt es reichlich.

    Ich werde aber in meinem Blog nie Fremdwerbung schalten. Ich möchte nicht potentielle Kunden an Mitbewerber verlieren oder den "Selbernachmacherinnen" mundgerecht zubereitet meine Lieferanten offenlegen.

    Privates im Blog … ich blogge seit 3,5 Jahren. Ich habe Stalker, ich habe Neider, ich habe böse Menschen, ich habe Trolle. Ich kann mich bis heute nicht daran gewöhnen, dass es immer wieder Menschen gibt, die die Meinung des Schreibenden nicht respektieren, die hetzen, die sich anonym daneben benehmen aber am wenigsten kann ich mich an die Intoleranz gewöhnen, an die hintergründige Zensur die im Bloggerland herrscht. Ich blogge trotzdem weiter, weil sich mein Blog als sehr lukrativ erweist.

    Ich habe Anfangs viel von mir und meinen persönlichen Ansichten preisgegeben-besser nicht ist mein Resümee. Ich kann damit nicht so cool umgehen wie andere. Ich baue das Konzept meines Blogs mal wieder um. Mehr auf Produkte, mehr Marketing mit persönlichr Note, aber nichts persönliches mehr. Ich mach mich verletzbar und wurde auch verletzt, das will ich nicht mehr.

    Vielen Dank für den Post und die Kommentare
    Doris

  2. Virginia H
    Virginia H sagte:

    Hallöchen! Wenn der Werbepartner passt und mir nicht gerade durch POP-UPs das Lesen erschwert, finde ich das totally fine! Bei einigen amerikanischen Blogs, die mir gefallen, schaue ich mir sogar explizit die Werbeanzeigen an, weil ich dort immer noch unentdeckte tolle kleine Shops/Blogs finde. Und mich dann seeehr freue.

    Schönen Tag aus Bremen!
    J

  3. Julia
    Julia sagte:

    Guten Morgen!

    Auch ich bin grundsätzlich für Werbung in Blogs. Zum einen stört sie überhaupt nicht und kann ggf. sogar als Art Linksammlung verstanden werden…
    Ich mag Deine Banner in der linken Spalte und klicke sie gerne mal durch.

    Zum anderen finde ich auch, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, ob er seinen Blog aus privatem Spaß an der Freude sieht und entsprechend handhabt oder als Marketinginstrument für sein Produkt. Und wenn es hier um eine zusätzliche Einnahmequelle geht, die wichtig ist um sein Geschäft auch weiter betreiben zu können, ist das doch völlig legititm.

    Extra Anmeldungen, Vorauszahlungen um Content nutzen zu können, wären mir zu anstrengend. Ich möchte etwas sofort lesen können und nicht erst irgendwo ein Konto einrichten müssen, einen betrag einzahlen, warten bis man freigeschaltet wird, etc..
    Und Donate-Button würden glaube ich zu wenig genutzt werden.

    Das ist meine Sicht der Dinge!
    Liebe Grüße
    Julia

    P.S. ich drück Dir die Daumen, für noch gaaaaanz viel mehr Werbung bei Dir online & print.

  4. Gabi
    Gabi sagte:

    Ich kann Nic und der "Kleinformatleserin" nur beipflichten. Besser könnte ich es nicht formulieren.

    Was mich persönlich stört, ist Werbung, die mit dem Blog-Inhalt nichts zu tun hat, sondern wie ein Fremdkörper wirkt.

  5. Mme Ouvrage
    Mme Ouvrage sagte:

    also ich habe bei amerikanischen Bloggern schon ganz wunderbare Anbieter gefunden -durch Werbung auf deren Blogs. Wir reden hier ja nicht über Werbung für große Telefongesellschaften oder für Discounter. Sondern über Werbung für ausgesuchte Shops mit besonderen Produkten. Also warum nicht?

  6. Kerstin
    Kerstin sagte:

    Du schreibst mir aus dem Herzen!
    Ich finde Werbung am Rande, wenn sie denn zu dem Blog passt wie z.B. Stoffläden bei nähenden BlogschreiberInnen oder nette Decoläden bei entsprechenden Blogs, ganz ok und vielleicht auch hilfreich.
    Was mich z.B. wirklich stört ist Werbung für Schuhe, die immer auftaucht, wenn ich mir ein neu genähtes Shirt ansehen möchte – also da spring ich als regelmäßige Leserin ab.

    Das andere Thema ist der "Ideenklau". Ich bin noch neu in der Bloggerwelt, erst seit Juni 2010 und finde Sachen auf anderen Blogs einfach nur schön und nähe oder bastel sie auch nach, aber… nur für mich oder liebe Freunde, nicht zum Verkaufen und es wird auch nich 1:1 umgesetzt.
    Wenn ich eine Zeitschrift kaufe und damit wurden hier ja schon Vergleiche gezogen, dann "klaue" ich dort auch Ideen, aber nicht um mich zu bereichern.
    Über die Idee, dass Blog LeserInnen beim Besuch der Seite bezahlen, habe ich mich letztens mit meinem Mann unterhalten. Jeder bezahlt, aber wieviel?? Ich glaube, dass ist nicht Sinn der Sache (jedenfalls nicht bei den Blogs, die ich verfolge).

    Ganz liebe Grüße
    Kerstin

  7. Dana Craft
    Dana Craft sagte:

    werbung im blog fände ich nicht suuuper angenehm, aber auch nicht schlimm – die flattr idee klingt recht anständig, finde ich – herzliche grüsse, dana

  8. stephka
    stephka sagte:

    liebe dolores,
    danke für deine vielen gedanken. das thema stänkern ist wirklich schwierig, aber auch dort kann man dazulernen. durch den beruf meines mannes ist er sehr oft thema der lokalpresse – und das natürlich nicht immer positiv. insofern haben wir als familie da schon einiges an erfahrung, was stänkern auf richtig hohem niveau bedeutet. also, was ich dir daraus mitgeben kann ist folgendes:
    – die leute vergessen irre schnell. wenn dich einer disst, dann vergiß ihn einfach schnellstmöglich. auch mögliche zuschauer werden sich nach einigen monaten nicht mehr erinnern. je mehr aufmerksamkeit du solchen leute zukommen lässt (vielleicht gar auf angriffe antwortest) umso wichtiger fühlen die sich und werden noch gemeiner. man kann solche menschen nicht ändern und es gibt irre viel gemeine da draußen.
    – werbung im blog finde ich nicht bloß die am wenigsten schlimmste sondern auch brauchbarste methode, geld mit dem internet zu verdienen. in vielen blogs steckt so irre viel arbeit, daß geht weit über das bloße "mitteilen" hinaus. das kann und sollte auch belohnt werden. allerdings ist es faktisch einfach so, daß niemand im internet was bezahlen will. schon allerbeste journalistische arbeit hat es irre schwer (z.b. die kostenpflichtigen zugänge zu print-zeitungen) – da wird für das bloglesen kein geld hängenbleiben. zumal blogs ja nichtmal "proved"-content haben, man ja nie weiß, was man geboten bekommen wird. über die hemmschwelle, einen kostenpflichtigen blog zu betreten will ich garnicht erst reden.
    – wir alle sollten aufhören, werbung als etwas "böses" zu sehen. werbung machen ja nicht nur mega-kapitalisten und ausbeuter sondern auch ganz nette produzenten brauchen marketing um ihre puppe/ihre seife oder sonstwas zu verkaufen. es wäre doch auch möglich, daß ein blog für einen anderen blog werbung macht – hilfe zur selbsthilfe quasi. die werbepartner gehen ja oft nach clicks wenn es darum geht, wieviel sie investieren wollen. warum nicht leute von einem blog zum anderen lotsen?

    ich wünsche dir weiterhin so gute gedanken und alles gute für dein tolles heft!

  9. Kleinformatleserin
    Kleinformatleserin sagte:

    Als Leserin des Kleinformats möchte ich auch kurz ein paar Zeilen schreiben.

    Es ist klar, daß jemand, der seinen Blog als Hobby betreibt, gerne ein paar Ideen mit anderen teilt, sonst aber jeden Monat für seine Arbeit als Bankkauffrau, Krankenschwester, Ärztin bezahlt wird, sicher nicht darauf angewiesen ist, Geld fürs Bloggen zu bekommen.

    Es gibt aber viele, die ihren Blog zu Marketingzwecken führen, die täglich (wie Nic es auch schreibt) stundenlang an Posts arbeiten, die uns viel Inspiration bieten, Anleitungen, deren Blogs wir statt irgendwelcher Zeitschriften lesen. Klar machen das solche Blogger auch freiwillig, aber wenn man nun nicht gerade irrsinnig viel durch seine handgemachten Produkte verdient (was ja die wenigsten tun, bei den meisten reicht es ja gerade so), dann wiegen zwei, drei Stunden Bloggen pro Tag ganz schön viel.

    Ganz ehrlich: Natürlich wenden sich solche Leute mit ihren Blogs auch an ihre Kundinnen bzw. potentielle Kundinnen, machen durch gute Postings Reklame. Aber es gibt auch eine enorme Leserschar, die sich eben mit Kaffeebecher in der Hand freut, zwei Stunden lang Inspiration zu bekommen, statt Zeitschriften durchzublättern.

    Für ein Heft bezahle ich 3-4€, oft noch mehr. Nach spätestens einer Stunde habe ich das durchgeblättert, warte einen Monat lang auf die nächste Ausgabe. Pro Monat und Magazin sind das also 2 Minuten am Tag.

    Auf meinen Lieblingsblogs verweile ich oft viel länger. Und angenommen, ich bezahle am Kiosk 42€ pro Jahr für ein Heft wie die Living at Home. Wäre das da seltsam, für seinen Lieblingsblog 5€ pro Jahr springen zu lassen? Zum Beispiel mit einem Paypal-Knopf? Wenn ein Blog etwas zu bieten hat und sich eine treue Leserschaft aufgebaut hat, dann wären sicher viele bereit, ein solches Projekt zu unterstützen, denn wie gesagt, jemand, der seinen Blog für sein kleines Label o.ä. nutzt, schreibt ja sozusagen während der Arbeitszeit.

    Wer als Hobby gerne Wäscheklammermännchen zeigen möchte, über Kinderzimmereinrichtung schreiben will, kann das ja auch ohne Paypalknopf (oder Werbung) machen, er ist ja finanziell wahrscheinlich nicht darauf angewiesen. Aber nur mit Kommentaren zu "bezahlen" ist wirklich ein Frauending, wir sind alle so wahnsinnig nett zueinander, müssen uns schon fast entschuldigen, wenn wir für unsere Arbeit Geld verlangen, gleichzeitig meckern wir, daß so viele Frauen nicht den Sprung vom netten, aber nicht gewinnbringenden Mini-Label zu einer ganz normalen kleinen Firma schaffen, das können Männer in der Blogwelt nämlich ziemlich gut, ohne sich rechtfertigen zu müssen, daß sie Werbung schalten, Flattr nutzen oder eben Technikforen nur mit Anmeldung und 10$ Jahresgebühr anbieten. Ist doch klar, daß man ab einem bestimmten Punkt einfach sehen muß, daß man nicht nur Kosten hat und viel Arbeit, sondern auch was verdient (denn schließlich hat man es sich ja verdient 😉

    Es gibt einen Unterschied gibt zwischen Seine-Prinzipien-des-Geldes-wegen-verraten und Wissen-was-man-für-seine-Arbeit-bekommen-sollte. Ich sehe kein Problem darin, wenn man Reklame macht, dabei seine Anzeigenkunden bewußt auswählt (zum Beispiel nur fair trade oder ökologisch oder nur handgemacht), eine Download-Area hat, wo man eben einen kleinen Beitrag bezahlen muß, um Anleitungen herunterladen zu können, oder eben direkt darauf hinweist, daß eine solche Website oder auch ein solcher Blog eben bewußt keine Werbung macht, aber trotzdem auf Unterstützung angewiesen ist. Sonst läßt sich ja eine gute journalistische und kreative Arbeit auf Dauer nicht leisten.

  10. ELA
    ELA sagte:

    Also mich als blogleserin stört unaufdringliche werbung kaum, machst du ja auch links. ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht für einen zugang zu einem blog zahlen würde und auch diese spendendinger halte ich für relativ unlukrativ.
    aber eigentlich sehe ich blogs(also von privatmamas) anders, wahrscheinlich etwas blauäugig. ich dachte du machst damit werbung für dein magazin, die maißten machen damit werbung für ihre dawandprodukte und klar kaufe ich dann auch ab und zu was in diesen shops und bestelle die kleinformat. und dann gibt es auch die mamas, die auch einfach gerne bloggen (glaube ich auf jeden fall) so wie man eben freiwillig tagebuch schreibt und ich habe bisher nicht wahrgenommen, dass es einen grund gibt, weshalb ich jemandem was spenden sollte oder er/sie eine zusätzliche "belohnung" von mir braucht, weil ich den blog lese. ich bin davon augegangen der andere schreibt gerne, ich lese gerne, kommentiere ab und zu und wenn ich mehr zu sagen hab als ab und zu mal einen kommentar mache ich meinen eigenen blog auf.
    wie gesagt, wahrscheinlich ist das alles völlig blauäugig, aber ich wusste bisher nicht wirklich, dass es da überhaupt ein problem gibt. wenn ich auf meinem blog zeige, dass ich aus wäscheklammern männchen bastle, dachte ich, man tut das, weil es eine gute idee ist und andere auch aus wäscheklammern männchen basteln sollen.
    es tut mir leid, dass ich immer wieder eine etwas konträre meinung in kommentaren hinterlasse, aber so sehe ich das (wie gesagt als nicht-bloggerin) und lasse mich gerne korrigieren, wenn ich falsch liege.
    grüße
    ELA

  11. Anke
    Anke sagte:

    Liebe Dolores,

    als treue Leserin von kleinformat und seit zwei Monaten auch Bloggerin hier von mir ein paar Gedanken zu dem Thema. Ich finde es zwar auch nett, mal hinter die "Kulissen" zu blicken, habe aber für mein Blog entschieden, dass nicht (bzw. nur oberflächlich) zu tun (auch aus den von dir schon genannten Gründen). Bei manchen Blogs wundere ich mich manchmal, wieviel die Leute von ihrem Privatleben preisgeben. Außerdem lese ich die Blogs doch hauptsächlich, um mir Tipps und Anregungen zu bestimmmten Themen zu holen und nicht, um Privates zu erfahren. Werbung im Blog stört mich überhaupt nicht, solange sie zum Bloginhalt passt, dann finde ich sie sogar manchmal ganz hilfreich.

    Viele Grüße
    Anke

  12. Caro
    Caro sagte:

    Ich finde Werbung, die zum Inhalt und Stil eines blogs passt, legitim. Man verbringt so viel Zeit auf seinem blog, macht sich Gedanken über Bilder und Produkte, teilt seine Begeisterung und veröffentlicht Tipps und Tricks. Der private blog hat einen gewissen "Geldwert", auch wenn das vielen nicht bewußt ist. Warum sollte man sich dies nicht zurückgeben lassen? Reich wird man damit sowieso nicht ;o)

    LG von Caro

  13. Johanna
    Johanna sagte:

    Ich denke auch, dass Werbung das beste Mittel ist. Wie schnell hat man mal ganz kurz nur auf Werbung geklickt, während man vor allen anderen Optionen schon überlegt. Und ich lese auch viele Blogs im Reader, die kurzer Hand einfach dort Werbung untergebracht haben. Mit ausgewählter Werbung fährt man vermutlich am besten und wenn man dann diese Sponsoren im Blog vllt am Anfang des Monats einmal vorstellt, dann ist das auch kein so unpersönliches unangenehmes "schnell wegklicken" Werbungsgefühl sondern halt eher so ein "ach, die machen was für diesen Blog und sind deswegen ganz okay und oh, die verkaufen ja doch etwas, da muss ganz kurz gucken" Gefühl.

  14. {Nic Hildebrandt} luzia pimpinella
    {Nic Hildebrandt} luzia pimpinella sagte:

    huch dolores, hier gibt es ja heute TÄGLICH BROT zu essen! ;o)

    nach fast 5 jahren in der bloggerwelt, muss ich sagen, das IST alles täglich brot. stänker-kommentare, copyright probleme… seien es designs oder auch kopierte und widerrechtlich verwendete fotos… und was weiß ich nicht noch alles.

    ich denke jeder blogger hat darauf seine ganz persönliche sichtweise. es gibt, wie bei so vielen dingen im leben kein patentrezept, wie man mit problemen umgeht, die man im "analogen leben" garantiert nicht hat. *lach*

    ich sehe es so… ein gewisser "lotuseffekt" ist ein gutes utensil. stänkereien und persönliche anfeindungen (aus welcher motivation auch immer heraus) gehören in den virtuellen müll und bedürfen keinerlei beachtung. ich mache mir immer wieder bewusst, dass 99% prozent meiner leserschaft sehr sehr nette menschen sind, und dass ich absolut keine lust habe, mir von den 1% anonymer stänker-komentatorinnen und mail-schreiberinnen den spaß auf meine arbeit verderben zu lassen! 😉

    letzendlich haben wir uns im echten leben auch nicht alle lieb, warum sollte es also hier im internet anders sein? anders ist eben nur, dass es virtuell viel leichter ausgelebt wird, weil man/frau sich ganz easy hinter der maske der anonymität verstecken kann. als blogger muss man einfach lernen, damit umzugehen.

    copyright-probleme bedürfen sicherlich differenzierter handhabung, das würde wohl zu weit führen, das hier auseinander zu klamüsern.

    werbung im blog finde ich absolut legitim! ich selbst werde in zukunft werbebanner von partnern, die zu meinem blog-content passen, schalten. die umstrukturierung meines blogs ist seit anfang des jahres im gange. spezielle werbe-postings wird es bei mir jedoch nicht geben… wenn ich links in postings setze, dann weil ich PERSÖNLICH begeistert von einem produkt oder shop bin und die begeisterung teilen möchte, nicht weil mich jemand dafür bezahlt.

    viele von uns verbringen enorm viel zeit mit dem bloggen… themen auswählen, foto-shootings und bildbearbeitung, das schreiben eines täglichen postings, das beantworten von kommentaren oder auch der zahlreichen mails, die tagtäglicheingehen, all das macht sich nicht mal eben so. letztendlich kommt diese tätigkeit der arbeit in einer magazin-redaktion nahe.

    die blogs unterhalten menschen! wie oft habe ich schon von lesern gehört (mehr gelesen ;)… "oh, wenn du eine blogpause machst, dann fehlt mir richtig etwas zu meinem morgenkaffee!" in einem print-magazin, das wir uns am kiosk kaufen, ist ganz selbstverständlich werbung enthalten, warum nicht in blogs? ich finde es also legitim, dass man die zeit, die man als blogger investiert, ein wenig vergütet bekommt.

    *my two cents*

    ganz liebe grüße
    nic

  15. dani
    dani sagte:

    Ein Blog mit einem kostenpflichtigen Zugang zu sperren, keine gute Idee, es ist ja ein Blog und keine Zeitung. Und ganz ehrlich: Ein Blog von einer Privatperson, die keine journalistischen Kenntnisse mitbringt…ich würde umsteigen, es gibt ja noch genug andere Anbieter von kostenlosem Inhalt. Nenn mich elitär, aber Content zu bezahlen, der evtl. nur einen Produktlink enthält und sonst womöglich nix oder einen schlecht recherchierten/abgekupferten oder voller Fehler steckenden Text zu bezahlen…ich reg mich ja schon über die Rechtschreibfehler in der (manchmal mies redigierten SZ) auf, die pro Tag zwei Euro kostet 😉

    Werbung im Blog wurde ja schon an vielen Stellen kontrovers diskutiert. Ich halte Werbung in einigen Fällen für absolut gerechtfertigt, schließlich verbringen wir viel Zeit mit Recherche und Schreiberei und und und…Da freut man sich dann schon, wenn mal einer die Werbung anklickt und man mit ein wenig Glück wenigstens die Serverkosten wieder reinholt. Flattr wollte ich auch mal ausprobieren, aber: dazu muss ich erst mal meinen Server umstellen. Ob das klappt: Keine Ahnung. Ausprobieren. 🙂

    Was das Dissen und Schlechtmachen angeht, darauf sollte man sich einstellen in der weiten Welt des Internet. Ich persönlich habe – hurra – noch nie böses Blut abbekommen, versuche inzwischen aber auch, meinen Privatkram größtenteils rauszuhalten (weil da passiert das dann ganz schnell, du machst dich – wie du sagst, angreifbar, das hatte ich auch schon).

    Klar schreibe ich mal, heute nicht so gut, viel zu tun oder whatever, aber was wirklich los ist, das muss die Internetwelt nicht wissen, denn: Ich bin eben nicht die Freundin, ich bin die Bloggerin, die versucht, die Leute da draussen zu unterhalten und zu informieren, Ratschläge hole ich mir dann von den Menschen, die ich kenne und denen ich vertraue.

    Und ganz ehrlich: Manchmal nervt mich die Oberflächlichkeit meines Blogs, in dem sich alles darum dreht, wie hip dies oder wie brauchbar und unbedingt 'habenwollenswert' das ist. Das da nicht steht: Ey, heute einen furchtbaren Scheißtag gehabt, mit Stress vom Amt und Streit mit dem Ex. Aber das hat da einfach nix zu suchen. Die Entscheidung zu treffen, war nicht ganz einfach, aber sie ist einfach die bessere, weil mich so eben – zumindest was mein Privatleben angeht . keiner mehr schief anquatschen kann.

    Man. Ich quatsche zu viel!

  16. pedilu
    pedilu sagte:

    Wahrscheinlich ist Werbung im Blog das beste Instrument. Die ganzen Spenden-Möglichkeiten oder kostenpflichtige Zugänge werden wohl nicht ausreichend genutzt werden …

    Und wenn man nur ausgesuchte Werbepartner zulässt, die sich sowohl optisch als auch inhaltlich ins Bild einfügen, hat vielleicht sogar der Leser etwas davon.

    Besser als der schnöde Mammon wäre natürlich die ideelle Wertschätzung von Urheberrechten und vom aufwändigen Entstehen von handgemachten Produkten. Wie schafft man das?

  17. die Frau im Haus
    die Frau im Haus sagte:

    Hmm… Mich als Leserin würde Werbung im Blog am wenigsten stören. Einerseits, weil ich sowieso alles im Feed-Reader lese und nur zum kommentieren direkt in den Blog gehe und andererseits, weil ich dann, wenn ich dort bin, die Werbungen ausblenden kann. (Was wohl auch nicht Sinn und Zweck wäre. Auf Dauer werden wohl nur Werbungen geschaltet, wenn sie auch jemand anklickt…)

    Flattr finde ich an sich eine nette Idee, kann mir aber nicht vorstellen, dass ich das nützen würde.

    Noch weniger allerdings, vorab einen Betrag zu bezahlen ohne zu wissen, was man bekommt (wie bei der Sache mit dem Code).

    Schwierige Entscheidung.
    Für Flattr muss man ja nicht viel an der Seite ändern, soweit ich weiß. Also einfach mal ausprobieren?

    Und ja, die blöden Kommentare und E-Mails kenne ich auch. Ich nehme mir das leider viel zu sehr zu Herzen.

  18. Emma
    Emma sagte:

    Liebe Dolores…was Du in diesem Post geschrieben hast, trifft genau meine Gedanken..ich hab auch das ein oder andere Mal von anderen mitbekommen, dass es auch unschöne Dinge gibt. bringt mich ins grübeln und löst manchmal auch den Gedanken aus, dass man eigentlich nichts mit denen zu tun haben will…und dann merkt man, dass die person einen noch als Leser verfolgt..grusel..was machen…nicht leicht….bei mir kam das noch nicht vor…vielleicht auch, weil ich kein Gewerbe habe,…meine Sachen nicht verkaufe..noch nicht mal gebraucht oder eb*y.wie Du schon schreibst, wenn es um Geld geht hört der Spaß immer auf..ich finde ja eigentlich nicht schlimm..in schönen Blogs zu stöbern und dann wenn z.b. links eine Spalte WErbung ist..dann stört es mich eigentlich auch nicht…wenn die Werbung selektiert ist..schöner Banner z.B. dann weckt das mein Interesse und ich klick vielleicht auch mal …aber diese Werbung am Ende eines Post..die find ich fast unsympathisch..ich kann es auch gar nicht richtig festmachen warum..aber vielleicht weil man auf einen schönen Blog ist, Design, Inhalt usw. stimmt..gefällt und dann so ein Stilbruch…naja da hab ich jetzt aber mal meinen Senf dazugeben…ts ts…ob's weiterhilft? alles ist ja so relativ..Geschmäcker, Empfinden usw…
    ich schick Dir viele Grüße
    emma

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