Dienstags anziehen: Linienspiegel

Es gibt so Trends in der Mode, da steh´ ich daneben und wundere mich nur. Beispielsweise kann ich dem aktuellen Trend der Schleifen nicht soooo extrem viel abgewinnen. Nicht kleine Schleifchen vorne an Unterhosen (das kleine Kind braucht jetzt sowas, damit es weiß wo vorne an der U-hose ist – und nach gefühlten 400 Jahren mit komischen Viechern vorne drauf, bin ich jetzt U-hosentechnisch sehr traditionell und wenig kreativ beim kleinen Boot gelandet. Äußerst angenehm fürs Auge – ahem für MEIN Auge, der Vater des Kindes meinte jüngst, sie sähe aus wie Mundl (weißer Feinripp mit sonst nix obenrum ist hierzulande ein Synonym für eine männliche Kultfigur: Edmund Sackbauer). Aber eben so gar nix ist halt auch schwierig für Kindis, weil eben wo ist vorne? (Die gscheiten Franzosen machen ja sogar das Label an die Seite – ENDLICH kein iiihhh kratz hinten mehr….ich kann mich nur fragen: wieso erst jetzt Frau Wally???)
Ich sch(l)weife ab. Also ich meine die Riesendinger, an Köpfen, an Taschen, an Blüschen, an irgendwie allem. Und schon vorher wurde ich auf der Straße nicht für irgendwelche Modeljobs angesprochen, also auch nach 2 Kindern habe ich nicht die Figur, wo es ratsam ist, die schmucke Taille mit einer koketten Masche zu betonen … aber ganz abgesehen davon, frage ich mich einfach: wieso soll ich mich wie ein Geschenk anziehen? Bin ich was zum auspacken? Oder ein Fabergé-Ei?
Nein, Leute – wer auf Schleifen und Maschen steht, der möge mir bitte diesen Beitrag heute verzeihen, ICH bin für STREIFEN!

Ja, ich sehe manchmal ein bisschen aus, wie aus einem alten Hans Albers-Matrosen-Film. Ich habe zwei meiner Lieblingsutensilien diesbezüglich noch aus der Zeit als ich Segeln unterrichtet habe (Ich! im Binnenland! Wie grotesk …) aus dem Schulshop, die waren damals Ladenhüter. Aber ich – mit unglaublichem Trendbewusstsein, wusste was in ziemlich genau 20 Jahren angesagt sein wird ;-))))
Nein, zum Trendscout tauge ich vermutlich nicht.
Aber dennoch wittere ich hier etwas in der Luft: Der aktuelle Streifentrend braucht ja etwas Adaption und lustigerweise fühlen sich da ein paar Designer vom Schulheft inspiriert …. schaut mal was ich gefunden habe:

eine suuuuper Interpretation des Themas, leider nicht ganz billig 

hatten wir schon letztens …
Das leider nicht mehr Kate Spade (was für ein Name!!!) gehörende Taschendesignlabel Kate Spade macht auch keine Ausnahme … Die habens übrigens auch sehr mit den Schleifen. Aber ich liiiiiebe trotzdem das wahnsinnig durchdesignte Ambiente der Shops – schaut auch mal den neuen Laden in London an: hier..

Achja, ganz zum Schluss: auch mit Streifen – Nina Hollein´s neue Kollektion macht Halt in Wien! Noch bis 13. 11 in der Gumpendorfer Straße 36

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4 Kommentare
  1. Ann
    Ann sagte:

    Bei diesen Riesenschleifen an Klamotten und Taschen frage ich mich auch immer wieder was dass soll, ich find nämlich auch das sieht albern aus, eben wie Geschenkverpackung. Und ich würde wahrscheinlich mit so Riesenschleifen am Leib nicht mal wie ein Geschenk aussehen, sondern wie eine (liebevoll?) verpackte Wurst.

  2. Michaela
    Michaela sagte:

    Wie habe ich doch über Deinen Beitrag geschmunzelt. Ich mag Schleifen, aber auch Streifen und ganz besonders Sterne, aber die Art wie Du erzählst lässt mich immer gerne bei Dir verweilen, auch wenn wir da in Design Fragen nicht immer übereinstimmen 🙂
    Den Shop aus London hättest Du besser nicht verlinkt….der ist ja wirklich Klasse….wie kommt man bitte auch einen Taxi Handschuh, wie genial!
    ich wünsche Dir einen schönen streifenreichen Tag
    Michaela

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