Mittwochs draußen: Sandmännchen – der Film

Keine Angst, keine Angst Ihr seid richtig hier!
Hier wo ich normalerweise versuche alles Mainstreamige möglichst fernzuhalten … MUSS ich heute eine FILMEMPFEHLUNG abgeben … ganz was Neues, und wer mich näher kennt, sehr kurios: Ja, Frau Wally geht ins Kino!
Aber Frau Wally macht das sooooo selten, dass ich selber nicht mehr weiß, wann das letzte Mal und daher nehme ich jede Kritik an, weil, wer so wenig Cineast ist wie ich, ist eigentlich nicht kompetent zur Filmkritik … dennoch:
Also HEUTE der Feiertag. Und Mann und Kinder zu Hause. Die letzteren haben mir die letzten Tage nicht gerade versüßt und eins war klar: ICH muss hier raus!
Aber Kind2 findet es wäre jetzt ein guter Zeitpunkt zum Sauberwerden und daher sollte man mit ihr jetzt nicht gerade ausgedehnte Outdooraufenthalte durchziehen. Die Idee lag nahe: Endlich ein Mami/großes Kind-Ding und kleines Kind darf sich mit Vater in Topfnähe aufhalten.
Kino schoß es sofort in meinen Kopf. Wenn schon ein großes Mädchen/Mama-Tag, dann bitte etwas, was sonst unüblich ist. Das Programm kurz durchgekaut – ahhh, da fällts mir wieder ein – das letzte Mal wo ICH im Kino war, war die rosa Prinzessin aus Deutschland. Nein, wahrlich fehlt es mir gehörig zur Filmkritikerin … Verschiedenes in 3D und das vom Namen her schon nach schnell und wild klang stand zur Auswahl – UND: SANDMÄNNCHEN!

Jetzt muss ich noch mehr ausholen. Weil in Österreich aufgewachsen und lebend, Kleinkindphase in den 70ern bedeutet: ICH habe keine Ahnung vom Sandmännchen!
Bis Kabelfernsehen und Satellitenschüsseln zu uns kamen – und endlich auch mich erreichten, habe ich schon studiert.
Also völlig emotionsfrei dachte ich mir – na, das wird das große Kind wohl packen und entschied mich erwartungslos dafür (Hauptsache nicht zu schnell und zu spannend … )
Und was soll ich sagen: ICH BIN TOTAL BEGEISTERT!!!

Stop Motion heißt die Technik, die hier angewandt wird: Tatsächlich werden hier Puppen gebaut und jede Bewegung in (wohl) Millionen von Bildern abfotografiert und dann zusammengefummelt.
Angeblich der erste deutsche Stop Motion Film in Kinolänge. Das wäre mir völlig egal, mich hat dieser herrlich analoge Touch total in Bann gezogen! Viele Menschen hatten hier wohl sehr viel Spaß und der kommt gut rüber.
Am allerbeeindruckendsten fand ich gleich das Intro – leider nirgends in der Internetwelt zu finden. Aber ein paar ganz tolle Papierkünstler haben da eine himmelblaue Welt geschaffen, die ich sonst nur von ganz tollen Menschen aus der Blogwelt kenne.

Schaf Nepomuk könnte etwas Tranquilizer vertragen, aber für Elternsinne macht es den Film durchaus erträglich. Der Sandmann selber dagegen kommt schon sehr abgehoben daher. (Ihm würde ich eine winzige Prise Aufputscher geben.) Schlicht genial als Figur (Puppe?) und auch von seinen Dialogen her, ist der böse Sandklauer und Alptraumzauberer Habumar – auch super gewählt die Stimme eines gewissen Ilja Dingsda, den sicher alle kennen.

Schön klischeehaft kommt der Traumanalysierer aus Wien. (Leider redet hier kein Mensch mehr so …)
Und ebenso zum Niederknien: Das Schunkelshantylied Kaperfahrt! Jan und Hein und Lars und Piet sind Männer mit Bärten und im Film in einer Szene dargestellt als: FISCHE! So unglaublich lässig gemacht, dass ich mich sofort wieder an supertolle Textilkünstler erinnert fühle, die ich wirklich bisher nur in Blogistan gesehen habe.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass hier ein sehr begabte Frau ihre Finger im Spiel hatte: Sinem Sakaglu. Regie gemeinsam mit Jesper Moller mit Strich durchm O und ich habe keine Ahnung wie ich das auf der Tastatur hinzaubere. Und bei all meiner Recherche musste ich gleich feststellen, dass sie gerne vergessen wird … deshalb hier extra erwähnt.

Mit Sicherheit wird dieser Film bald unsere DVD-Sammlung bereichern …

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Achja, und weil wir gerade bei Filmen sind – mittlerweile gibts mein Interview von Patrice vom Babylog auch auf youtube! yeah! (achja Vorsicht – ich sage das Sch… Wort – ´tschuldigung!)

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8 Kommentare
  1. Anonym
    Anonym sagte:

    Also ich muss sagen, auch ich fand den Film bezaubernd, meine 6_jährige Tochter wollte ihn auch unbedingt sehen…vor allem ist das überhaupt kein "Baby-film" wie manch andere kinder gesagt haben.

    Es ist super umgesetzt und für uns Erwachsene genauso sehenswert wie für die kleinen 🙂

    Wir werden es auch zu unserer DVD-Sammlung zulegen.

    Übrigends freue ich mich auf die nächste Ausgane von " Kleinformat"

    LG

    Cristina

  2. Svanvithe
    Svanvithe sagte:

    Als Ostkind bin ich mit dem Sandmännchen groß geworden. Deshalb freue ich mich, dass es ihn immer noch gibt und er jetzt sogar seinen eigenen Film bekommen hat.

    Erinnerungsgrüße von Anke

  3. clau*chichi
    clau*chichi sagte:

    Hab den Film vorgestern mit meiner Tochter im Kino gesehen, ich fand ihn soooo herrlich herrlich! Die Bilder. Die Farben. Die Figuren!! Alles sooo schön!!!
    Leider hat sich meine Große zeitweise zu sehr gegruselt und wir mussten kurz raus. Naja, auf DVD ist er bestimmt auch toll 🙂
    LG Claudia

  4. oh-mimmi
    oh-mimmi sagte:

    Supertipp! Ich hab auch schon ein Kino in der Nähe gefunden, in dem der Film am Wochenende läuft. Schon fest eingeplant … hihi, ich freu mich…

  5. amberlight
    amberlight sagte:

    Echt? "Mein Sandmännchen" im Kino? In meiner Stadt gibt es im Programmkino "Schnullerkino" für Mama's mit Krabbelkindern. Der Saal ist nicht ganz dunkel, die Lautstärke gedämpft und Wickelplätze gibt es auch … mal sehen, ob der Film da auch laufen wird.

  6. Anonym
    Anonym sagte:

    Der Film ist zauberhaft. Ich habe ihn an einem Mama und großer Sohn (7Jahre) machen was ohne kleine Schwester Tag gesehen. Gerade für Kinder die noch nicht so kinogeübt und fernsehversaut sind ist der Film wunderbar. Für die Mütter sowieso.

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